Ideologische Blockade in der Paderborner Schulpolitik
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Da verzögert und verschleppt die CDU in Stadt und Kreis über Jahre ein umfassendes Schulkonzept und eiert mit Hilfskonstrukten wie Gesamtschul-"Depandancen“ herum, weil sie sich nicht mit der eigenen CDU-geführten Landesregierung anlegen will. Und jetzt soll auf einmal die neue rot-grüne Landesregierung schuld sein, dass sich endlich etwas bewegt? Da macht die Junge Union doch wohl den Bock zum Gärtner.

Während CDU und FDP in Düsseldorf aus ideologischer Verbohrtheit über Jahre eine vernünftige Schulpolitik verhindert haben, die den Kommunen und den Schulen selber mehr Eigenverantwortlichkeit und Entscheidungsfreiraum übertragen hätte, hat rot grün für mehr Möglichkeiten gesorgt. Denn die neue Landesregierung hat nicht erst jetzt erkannt, dass der ländliche Raum vor völlig anderen Problemen in der Schulpolitik steht als mittelgroße Oberzentren oder etwa Ballungsräume wie das Ruhrgebiet. Mag für den einen das traditionelle dreizügige Schulsystem noch der richtige Weg sein, ist es für den anderen die Gesamtschule oder – besonders im ländlichen Raum – die Gemeinschaftsschule. Dass jetzt die Bürgermeister im Kreis „wie aufgescheuchte Hühner“ herumlaufen, ist doch wohl eher ein Zeichen dafür, dass die Blockade aufgelöst ist und sie das Heft des Handelns endlich wieder in der Hand haben. Schön, dass mit einiger Verzögerung auch die junge Union gemerkt hat, dass die ideologische Blockade der eigenen Mutterpartei weder den Schulen noch den Schülern zuträglich ist. In einem muss man der Jungen Union dann auch noch recht geben: Es bleibt zu hoffen, dass auch der Landrat endlich aus seinem schulpolitischen Tiefschlaf aufwacht, seine koordinierende Aufgabe wahrnimmt und schleunigst einen Schulentwicklungsplan für den Kreis aufstellt. Zeit dafür hatte er ja schon mehr als genug!

Leserbrief zum Artikel „Wie aufgescheuchte Hennen“, NW vom 13.10.2010

 

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