Kasernenschließung schadet Kommunen kaum
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Politikfelder - Kommunal
Geschrieben von: Stefan Schwan   

Immer wieder wird von konservative Kommunalpolitikern vor einem Abzug der Briten aus der Senne gewant. Dies hätte verherende ökonomische Folgen für den Kreis Paderborn, wird oft behauptet. Nun stellt das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung, RWI in einer Studie fest, dass entgegen den Befürchtungen vieler Kommunen die Schließung von Kasernen nur einen sehr geringen Verlust an Kaufkraft zur Folge hat..Die Chancen, die sich durch die Umwidmung von Kasernenstandorten und Truppenübbungsplätzen ergeben, sind ungleich größer.

Die Studie beschäftigt sich zwar mit Bundeswehrstandorten, dürfte aber wohl in noch weit höherem Maße für die Stützpunkte ausländischer Streitkräfte gelten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich die Trupopen ohnehin nur uz einem sehr geringen Teil regional versoregn. Das betrifft dem regionalen Wohungsmakrt genau sie wie den regionalen Einzelhandel und die Lebensmittelgeschäfte. Bei ausländischen Streitkräften dürfte die in der Studie für die Bundeswehrstandorte festgestellte autarke Versorgungsstruktur sogar noch viel eher zutreffen. Sie trägt nämlich erheblich mit dazu bei, dass der Wegfall solcher Standorte in der regionalen Wirtschaft kaum Spuren hinterlässt.

Leider gibt es für ein zivile Nutzung der Senne als Naturpark - mit allen positiven wirtschaftlichen Folgen - nach wie vor Vorbehalte im Kreis. In diesem Zusammenhang wird immer wieder angeführt, dass auch der Städte- und Gemeindebund schon seit Jahren vor negativen Folgen für die regionale Wirtschaftsstruktur durch die Schließung von Militärstandorten warnt. Dagegen zeigt die RWI-Analyse jedoch, dass sich die Warnungen der Kommunen vor schweren wirtschaftlichen Schäden in der Vergangenheit als völlig überzogen erwiesen haben.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler 105 ehemalige Bundeswehrstützpunkte, die seit dem Jahr 2003 geschlossen wurden. nenneswerte wirtschaftliche Auswirkungen hatte das an kaum einem Standort. Gegen dauerhafte Strukturprobleme durch die Aufgabe von Kasernen spricht der Untersuchung zufolge auch, dass die meisten ehemaligen Stützpunkte schnell wieder zivil genutzt werden. „Durch die Umwandlung der Stützpunkte wird sogar neue Arbeit geschaffen“, schreiben die Autoren.

Quelle: Financial Times Deutschland vom 04.06.2010, RWI

Zur Studie des RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 20. Oktober 2010 um 07:43 Uhr
 

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