Milchbauern sind zu drastischen Aktionen gezwungen
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Politikfelder - Verbraucher
Geschrieben von: Stefan Schwan   

Aus der Finanzkrise sollte die Politik gelernt haben, dass ungebremste Deregulierung ins Desaster führt. In Sachen Milchmarkt wird die Erkenntnis konsequent ausgeblendet und es soll auf einen ungezügelten Markt hinauslaufen. Viele der heimischen Milchviehhalter werden diese Entwicklung nicht überleben.

Wenn nicht umgehend eine Wende in der Milchpolitik eintritt, haben wir demnächst nur noch Museumskühe auf den Weiden stehen. Auch heimische Bauern sehen sich gezwungen, ihre Milch aus Protest auf die Wiesen zu kippen. Sie demonstrieren einmal mehr gegen die Existenz vernichtenden Dumpingpreise von ca. 20 Cent für einen Liter Milch.

Ich fordere die Verbraucher/innen auf, Milch direkt auf den Höfen zu fairen Preisen zu kaufen und die Milchbauern dadurch in ihrem Protest zu unterstützen.
Ich zolle dem BdM, dem Verband der Milchviehhalter, besonders meine Hochachtung, dass sie auch in der Krise nicht auf untaugliche Exportsubventionen setzen. Milchexporte machen auch noch die bäuerlichen Existenzen in den Entwicklungsländern kaputt.
Wir brauchen ein Absenken der Milchproduktion in der EU. Es muss Schluss sein mit einer Subventionspolitik, die nur die Agrarfabriken stützt. Wir brauchen eine lebendige, nachhaltige Landwirtschaft in der Region, die auch eine artgerechte Tierhaltung ermöglicht.
Einen zaghaften Versuch, eine Bundesratsinitiative zu starten, hat Landwirtschaftsminister Brunn in Bayern gewagt. Er wurde aber sofort vom marktradikalen Koalitionspartner FDP zurückgepfiffen. Auch die Schwarz-gelbe Regierung in NRW lässt die Milchbauern im Regen stehen.
NRW-Landwirtschaftsminister Uhlenberg unternimmt nichts, was den Bauern wirklich hilft. Damit macht sich Uhlenberg zum Totengräber der Milchwirtschaft in NRW.

(Pressmitteilung Sigrid Beer)

Zuletzt aktualisiert am Montag, 14. September 2009 um 22:12 Uhr
 

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